Wicker Klinik Bad Wildungen
Abteilung: Neurologie
"Anerkanntes MS-Zentrum" der Deutschen Multiple Sklerose
Gesellschaft
Fürst-Friedrich-Str. 2-4 · 34537 Bad
Wildungen ·
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SUBARACHNOIDALBLUTUNG
Subarachnoidalblutung:
Leitsymptome
Eine
Subarachnoidalblutung erleiden in Deutschland durchschnittlich 8/100.000
Personen, dabei Frauen etwas häufiger als Männer. Das häufigste
Krankheitsalter einer Subarachnoidalblutung
ist zwischen 50 und 60 Jahren. Ein erhöhtes Risiko für eine
Subarachnoidalblutung hat man bei erhöhtem Blutdruck, Nikotin und Alkohol.
Die
klinischen Leitsymptome der Subarachnoidalblutung
sind plötzlich einsetzende Kopf- und Nackenschmerzen. Diese treten bei über 90
% der Betroffenen auf. Daher sollte bei jeder Person, die erstmalig über sehr
starke Kopfschmerzen klagt, die vorher in dieser Form noch nicht bekannt waren,
eine Subarachnoidalblutung ausgeschlossen
werden! Zu diesen Hauptsymptomen können noch auftreten:
-
Nackensteife
-
Übelkeit
-
Erbrechen
-
Lichtscheu
-
Atemstörungen
-
Bewusstseinsstörungen
Bei
der Subarachnoidalblutung ist eine
korrekte Diagnostik lebensrettend, da nach allen vorliegenden Studien der
klinische Zustand der Betroffenen bei Aufnahme in die Akutklinik als wichtigster
Marker für die Prognose und die Genesung besteht. Dabei wird die
neurologisch-klinische Symptomatik seit 1968 anhand der Skala von Hunt &
Hess eingeteilt, diese Einteilung wurde nochmals auf der Welt-Tagung der
Gesellschaft für Neurochirurgie 1988 ausdrücklich bestätigt. Die Einteilung
nach Hunt & Hess erfolgt folgendermaßen:
·
Grad I:
Asymptomatisch oder leichte Kopfschmerzen und leichte
Nackensteife
·
Grad II:
Mäßiger bis schwerer Kopfschmerz, Nackensteife, keine
neurologischen Ausfälle außer Hirnnervenparesen
·
Grad III:
Verwirrtheit oder leichtes fokal neurologisches Defizit
·
Grad IV:
Sopor, mäßige bis schwere Hemiparese, vegetative Störungen,
evtl.
frühe Dezerebrationszeichen
·
Grad V:
Tiefes Koma, Dezerebrationszeichen
Dabei
zeigt sich ein Anstieg der Sterbequote (Letalität) von 13 % im Stadium I – II
und bis zu 75 % in den Stadien IV und V. Ein weiteres großes Risiko für eine
schlechte Prognose sind die Begleitkomplikationen der Erkrankungen, insbesondere
Nachblutungen oder Spasmen der Hirnarterien mit nachfolgendem
Schlaganfall.
In
ca. 80 % der Fälle findet sich als Ursache
ein sackförmiges Aneurysma (=
erweitertes Blutgefäß).
Dieses Aneurysma befindet sich meistens im Bereich der A. cerebri anterior (40
%), ferner der A. carotis interna (30 %) und der A. cerebri media (20 %).
Aneurysmen des hinteren Gefäßsystems als Ursache der
Subarachnoidalblutung sind seltener (A. basilaris, A. vertebralis 10 %).
Bei 5 % der Betroffenen handelt es sich um Blutungen aus so genannten
Fehlbildungen, wie AV-Angiomen. Seltenere Ursachen sind Schädelhirntrauma, traumatische SAB (Subarachnoidalblutung)
oder auch eine Dissektion (= Zerschneidung, Aufspaltung)
von intrakraniellen Arterien.
Bei
einem knappen Drittel der Patienten kann trotz intensivem Einsatz hochwertiger
medizintechnischer Geräte keine Blutungsquelle gefunden werden und somit bleibt
die Diagnose der Subarachnoidalblutung bei
ca. 20 % der Betroffenen unklar.
Letztlich
führen viele Ursachen zur Ausbildung eines Aneurysmas und einer
Subarachnoidalblutung. Die Aneurysmen selbst sind vermutlich angeboren, nehmen
jedoch bereits im frühen erwachsenen Alter aufgrund bestimmter Risikofaktoren
an Größe zu und haben somit bei Fortbestehen der Risikofaktoren ein erhöhtes
Risiko zu platzen und zu einer Subarachnoidalblutung
zu führen.
Diagnostisches
Mittel der Wahl ist zunächst eine cranielle
Computertomographie, angeschlossen wird eine digitale Subtraktionsangiographie
der Hirngefäße mit der Suche nach einem möglichen Aneurysma. Eine weitere
diagnostische Möglichkeit ist die Lumbalpunktion des Nervenwassers, hier zeigt
sich bei entsprechendem Blutnachweis die bekannte xanthochrome Verfärbung des
Liquors.
Bei der Diagnostik sollte nicht vergessen werden, dass ein erheblicher Teil der
Aneurysma-Patienten mehrere Aneurysmen haben. Daher sollte in jedem Fall eine
4-Gefäß-Angiographie mit Darstellung durch gedrehte Aufnahmen erfolgen.
Subarachnoidalblutung:
Akuttherapie
Die
Akuttherapie in der Behandlung einer Subarachnoidalblutung
mit nachgewiesenem Aneurysma ist die neurochirurgische Operation mit Einsetzen
eines Clips auf den Hals des Aneurysmas. Dabei ist der richtige Zeitpunkt der
Operation wichtig: Eine frühe Operation verhindert frühe Nachblutungen, hat
jedoch ein höheres Operationsrisiko als eine Operation nach dem 10. Tag.
Heutzutage werden die Patienten
in einem Hunt & Hess Grad I – III eher früh operiert, danach steigt auch
die Gefahr eines Vasospasmus
und einem nachfolgenden Hirninfarkt.
Die
Beachtung der o.g. Komplikationen steht auch nach der Operation im Vordergrund.
Eine zusätzliche Komplikation bei einer Subarachnoidalblutung ist ein möglicher
Anstau des Hirnwassers in den entsprechenden Räumen (Hydrocephalus). Bei Bedarf
muss hier das gestaute Nervenwasser extern abgeleitet werden über ein so
genanntes Shuntsystem (siehe auch unseren Artikel:
Hydrocephalus).
Die
neurologisch-klinischen Symptome nach einer Subarachnoidalblutung
sind vielfältig und bedürfen auch nach der Akuttherapie und Operation in der
stationären Rehabilitation einer differenzierten und individuellen Behandlung.
Subarachnoidalblutung:
stationäre Rehabilitation
In
der Neurologischen Abteilung der Wicker Klinik Bad Wildungen wird eine
professionelle interdisziplinäre Behandlung der Subarachnoidalblutung
- Patienten durchgeführt. Wichtigster Grundsatz in der Therapie ist dabei das Zusammenarbeiten der
verschiedenen Berufsgruppen. Die wichtigsten Ansprechpartner für
Subarachnoidalblutung - Patienten
sind dabei:
In
der physiotherapeutischen Behandlung nach einer Subarachnoidalblutung stehen
die Bewegungsstörungen im Vordergrund.
Wichtige
Therapieansätze sind hierbei: Rumpfstabilität, Stehfähigkeit, Wiedererlernen
von Bewegungsabläufen, wie Hand- und Armfunktionen, Rumpfbewegungen, selbständiges
Drehen, Stehen, Aufstehen etc.. Wichtig für die Patienten sind auch spezielle neurophysiologische Behandlungsmethoden,
wie das „Bobath-Konzept“ und das„PNF-Konzept“.
Oberstes
Ziel bei der Rehabilitation nach einer Subarachnoidalblutung ist das
Wiedererlangen größtmöglicher Selbständigkeit. Die Patienten werden mit
Hilfsmitteln mit dem Gehen wieder vertraut gemacht. Falls es der Zustand des
Patienten erlaubt, wird in der Wicker Klinik Bad Wildungen ein Teil der Therapie
im Wasser durchgeführt.
Schwerpunkt
der ergotherapeutischen Behandlung nach einer Subarachnoidalblutung sind:
Sensibilität, Schreiben und Wiederlangen der Selbständigkeit. Diese Selbständigkeit
kann in vielen Teilbereichen gestört sein und
die Ergotherapie bietet durch ihre vielfältigen Hilfsmittelangebote hier
entscheidende Hilfe an. Erwähnt seien nur die Übungsküche der Wicker Klinik
Bad Wildungen oder auch die gezielte neuropsychologische Therapie nach einer
Subarachnoidalblutung mit Training des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und
der Merkfähigkeit.
Bei
Aufnahme eines Subarachnoidalblutung - Patienten nach Entlassung aus
der Akuttherapie treten oft Probleme im Alltag auf, die für den
Betroffenen von sehr großer Bedeutung sind. Ein wichtiger Aspekt ist z.B. die
nicht mehr vorhandene oder verminderte Fähigkeit einen Pkw zu fahren. Hier führt
die Abteilung Ergotherapie für Subarachnoidalblutung
- Patienten ein gezieltes Training durch mit einem behindertengerechten
Pkw in Zusammenarbeit mit einer Fahrschule vor Ort. Auch die Hilfsmittelberatung
ist ein wichtiger Baustein in der Rehabilitation nach einer
Subarachnoidalblutung , z.B. durch technische Rehabilitationshilfen in den
Bereichen Selbsthilfe, Schreiben, Haushalt, Mobilität und Beruf.
Oben
wurden bereits Sprachstörungen als mögliche Folge erwähnt. Hier setzt die Abteilung
Logopädie in
der Wicker Klinik Bad Wildungen an. Nach einer exakten Diagnostik wird eine
gezielte und symptomorientierte Therapie durchgeführt. Oft sind die
Subarachnoidalblutung - Patienten wegen der Sprach- u. Sprechstörung
verzweifelt und zeigen große Ängste und Verunsicherungen. Die Beratung und
Einbeziehung der Angehörigen ist dabei oft
sehr hilfreich in der Therapie.
Störungen
des Gedächtnisses, der Konzentration und der Merkfähigkeit sind ebenfalls häufige
Folgen nach einer Subarachnoidalblutung. Die psychologische Abteilung der
Wicker Klinik Bad Wildungen versucht mit gezielten Testverfahren hier die
Defizite zu ermitteln und entsprechend zu behandeln. Auch bietet diese Abteilung
der Klinik therapeutische Gespräche für Subarachnoidalblutung - Patienten und
deren Angehörige an.
Ebenfalls
spielt die Abteilung Physikalische Therapie eine wichtige Rolle in der
Rehabilitationsbehandlung nach einer Subarachnoidalblutung, wie z.B. mit
Stangerbädern, Massagen, Elektrotherapie, Muskelstimulation mit Spasmotron,
manuelle Lymphdrainagen zur Ödemtherapie in den Armen oder Beinen und
maschinelle Lymphdrainagen.
Die
künftigen beruflichen Perspektiven sind oft
unklar, hier setzt die Abteilung Sozialberatung in der Wicker Klinik ein.
Die Nachsorgeplanung wird koordiniert und die häusliche Wiedereingliederung
vorbereitet. Die Betroffenen werden in dieser Abteilung über finanzielle und
soziale Unterstützungen und Erleichterungen am Arbeitsplatz, wie z.B.
innerbetriebliche Umsetzungen beraten.
Während
der Rehabilitation nach einer Subarachnoidalblutung wird in der Wicker Klinik
Bad Wildungen ein spezieller Gesprächskreis angeboten, der einmal wöchentlich
stattfindet. Er wird geleitet von einem Dipl. Psychologen und einem Facharzt für
Neurologie. Die Themen des Gesprächskreises, dessen Teilnahme natürlich
freiwillig ist, sind aktuelle medizinische Probleme, wie neue Therapiemethoden
oder auch ein Erfahrungsaustausch unter den Betroffenen und dem Umgang mit der
Erkrankung.
In
der Wicker Klinik Bad Wildungen bzw. im Verbund der Wicker Kliniken können
folgende Untersuchungen für Patienten nach einer Hirnblutung durchgeführt
werden:
Oft
ist eine regelmässige und zuverlässige Bestimmung der intracraniellen Flußgeschwindigkeit
der Hirnarterien mittels transcranieller Dopplersonographie für die Betroffenen
sehr wichtig und hat auch Konsequenzen für die weitere medikamentöse Therapie.
Im
Abschlussbefund wird der Zustand des Patienten nach einer Subarachnoidalblutung
exakt dokumentiert und das Rehabilitationsergebnis mit dem therapeutischen Team
bewertet. Empfehlungen zur weiteren ambulanten Therapie nach einer
Subarachnoidalblutung, wie künftige Medikamente, ambulante Therapien und Hilfen
am Heimatort werden mit dem Subarachnoidalblutung - Patienten besprochen und im
Entlassungsbrief dokumentiert.
Mit
den Neurologischen Akutkliniken der Umgebung von Bad Wildungen besteht eine enge
Zusammenarbeit bei der Behandlung von einer Subarachnoidalblutung
wie z.B. der Universitätsklinik Marburg oder dem Klinikum Kassel.
Die
Neurologische Abteilung der Wicker-Klinik Bad Wildungen nimmt an verschiedenen
externen und internen Qualitätsmanagementprogrammen teil. Besonders sei hier
das spezielle QM-Programm Schlaganfall der Geschäftsstelle Qualitätssicherung
Hessen erwähnt.
Die
Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001 zertifiziert. Die
Behandlung der Patienten erfolgt nach den Richtlinien und Vorgaben der
jeweiligen Kostenträger. Jeder Chefarzt hat eine langjährige Erfahrung aus
seinem Fachgebiet, je nach Schweregrad und Krankheitsverlauf werden individuelle
Therapien bei den Patienten durchgeführt.
Mit den besten Wünschen für Ihre
Gesundheit!
Ihr Team von der Wicker-Klinik, Bad Wildungen

Zur
Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw.
Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
Sagen Sie uns ruhig mal Ihre
Meinung!
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Aktualisiert: Juli 2010
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